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Gamma-Astrophysik mit HEGRA
Das HEGRA-Experiment
hat mit dem stereoskopischen System winkelabbildender Cherenkovteleskope erfolgreich
eine Reihe von astronomischen Quellen im Lichte von TeV-Photonen beobachtet.
Neben dem Nachweis von TeV-Photonen ist es mit HEGRA erstmals gelungen, mit
hoher Präzision die Energiespektren von Objekten wie dem Krebs-Nebel
und den extragalaktischen aktiven Galaxienkernen Mkn501 und Mkn421 zu vermessen.
Die Kenntnis der Form der Energiespektren liefert wichtige Einblicke in die
physikalischen Prozesse, die zur Emission von TeV-Photonen führen und
erlaubt es, Eigenschaften der Emissionsregion wie z.B. Magnetfeldstärke
und Teilchendichte zu bestimmen.
Wichtige Messergebnisse und Beobachtungen
Neben der gelungenen Etablierung einer neuen Beobachtungstechnik, sind mit den HEGRA-Teleskopen eine
ganze Reihe astrophysikalisch wichtige Ergebnisse erzielt worden:
- Krebs-Nebel
- Energie-Spektrum
- Einschränkung der Größe der Emissionsregion
- Einschränkung der Magnetfeldstärke in der Emissionsregion
- Einschränkung des Anteils gepulster Strahlung
- Super-Novae-Überreste
- erstmaliger Nachweis von TeV-Photonen von Cas-A
- Einschränkung des Magnetfelds in Tycho's SNR
- Emission/Quellen in der galaktischen Scheibe
- Großteil der galaktischen Scheibe ohne Quellen mit Flüssen
von mehr als 1/3 des Krebs-Nebels
- Diffuse Emission in der galaktischen Ebene nicht nachweisbar
- Extragalaktische Objekte
- Nachweis von TeV Photonen von Mkn501 und Mkn421
- Rasche Variabilität der Leuchtkraft (teilweise innerhalb von
Stunden)
- Energie-Spektren erstrecken sich bis jenseits von 16 TeV
- Drastische Einschränkungen an das extragalaktische Infrarot-Strahlungsfeld
(TeV-Astrophysik erlaubt einzigartigen Zugang zu der direkt nur schwer
messbaren Intensität des extragalaktischen Photonfelds
- Aus zeitgleicher Beobachtungen mit Röntgen-Satelliten lassen
sich Parameter in der Emissionsregion bestimmen (Magnetfeld, Ausdehnung,
Dichte des Elektron-Positron-Plasmas etc.)
Die HEGRA-Cherenkovteleskope sind im Oktober 2002 abgebaut worden. Die erfolgreiche
Datennahme bis zum Ende der Laufzeit des Experiments rundet die Gesamtmenge
an Daten aus ca. 6000 Stunden Beobachtungszeit ab. Es werden derzeit die letzten
Daten ausgewertet, die dann in den folgenden Jahren veröffentlicht werden.
Die HEGRA-Kollaboration besteht derzeit aus überwiegend deutschen Instituten
(von Norden nach Süden geordnet):
- Universität Kiel, Institut für Reine und Angewandte Physik
- Universität Hamburg, II. Inst. f. Exp.-Physik
- Universität Wuppertal, Fachbereich Physik
- Max-Planck-Institut für Kernphyisk, Heidelberg
- Max-Planck-Institut für Physik, München
Des Weiteren ist jeweils ein spanisches und ein armenisches Institut an HEGRA
beteiligt.
Das Besondere an den HEGRA-Teleskopen ist die angewendete Beobachtungstechnik,
bei der 5 optische Teleskope simultan Luftschauer in der Atmosphäre anhand
des emittierten Cherenkovlichts nachweisen. Durch das aus verschiedenen Blickwinkeln
aufgezeichnete Abbild des Luftschauers ist es möglich, die Einfallsrichtung
und Energie des Teilchens zu rekonstruieren, das den Luftschauer ausgelöst
hat. Die Form der Bilder erlaubt es auch, Luftschauer, die von geladenen Kernen
ausgelöst wurden, von denen zu unterscheiden, die von Photonen stammen.
Diese Eigenschaft ist besonders wichtig, weil ein Großteil der beobachteten
Ereignisse von der geladenen kosmischen Strahlung
ausgelöst wird.
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